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Dido

Mutter- und Kind-Dompteuse

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41

Samstag, 13. Februar 2010, 18:19

Hm, vielleicht auch einfach der Fellwechsel? Aber so kann es ja bleiben :thumbsup:
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Deichkind

Die lütte Fuchsibändigerin

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Beiträge: 3 009

42

Samstag, 13. Februar 2010, 18:20

Ach Almut, das geht mir auch oft so und ich denke dann "liegt es am Wetter, an der leichten Arthrose" oder "war der Ruhetag falsch".
Ich kann aber nicht dagegen an, ihn eben nicht 7 Tage die Woche in der Halle zu reiten (im Winter), da muss eine Pause dazwischen, wenigstens einen Tag.

Ist dem hingefallenen Pferd etwas passiert? Das klingt ja gruselig... :S

LG
Dani
"Männer kann man überreden, Frauen muss man überzeugen "
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Almut

Schimmelnase

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43

Samstag, 13. Februar 2010, 18:27

Dem hingefallenen Pferd geht es gut. Der ist einfach wieder aufgestanden und weitergelaufen. Ich hab ein ziemlich schlechtes Gewissen deswegen, weil ich ihn ja geführt habt. Er war halt unartig und etwas zu schnell und mir ist es nicht gelungen ihn genug zu bremsen. Aber vielleicht sollte ich froh sein daß ich nicht mitsamt Pferd gefallen bin. Das nicht bremsen können liegt ja auch daran, daß ich selber rutsche wie blöd und keinen Stand finde. Likas ist bislang glücklicherweise trittsicher und ist sehr vorsichtig wenn er merkt daß er rutscht. Der hat ja auch noch 4 Eisen. Das gestürzte Pferd geht barhuf. Ich bin selber auch schon mal hingflogen jetzt bei m dem Schnee/Eis und dann unterm Pferd gelegen, da war ich auch nur froh, daß es bei meinem eigenen passiert ist. Unter Likas darf man ungestraft liegen und sich am Strick wieder hochziehen ;) .
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Almut

Schimmelnase

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44

Samstag, 13. Februar 2010, 18:56

13.02.2010 - Katastrophentag

Samstag. Ausreiten geht nicht, Straße zu glatt. Die eigene Halle sieht aus wie ne Berg- und Talbahn, da wär ich gern rein. Wenn da nicht durchgefahren ist, kann Likas da aber nicht laufen. Also Bandagen drauf und wieder rüber zum Verein. Kaum sitz ich fünf Minuten aufm Pferd, kommt jemand mit einem kranken Pferd an der Longe rein. "Nur ein bißchen Schritt, darf ja nicht mehr". Likas läuft sehr fleißig im Schritt und geht in die schlimme Ecke, alles bestens. Für die nächsten 5 Minuten. Dann bockt das kranke Pferd los. Und Likas mit. Er hupst auf der Stelle rum, steigt und fängt an erbärmlich zu zittern wenn ich stehen bleibe. Kann das wahr sein? Das kranke Pferd verläßt die Halle, zu allem Unglück kommen zwei weitere Pferde in die Halle. Eins ist ruhig, kein Prob, das andere will auch nicht in die schlimme Ecke gehen und wird dort dauernd verdroschen. Likas zuckt bei jedem Hieb zusammen. Ich überlege ob ich gehen soll, entscheide mich dann aber dagegen. Genaugenommen deswegen weil Likas nicht ruhig stehn bleibt und ich mich nicht traue, abzusteigen. Dabei hab ich mir nämlich schon mal den Fuß gebrochen. Und um Hilfe bitten mag ich nicht, ich weiß der Stolz - die Eitelkeit ...

In die schlimme Ecke reite ich gar nicht mehr, verbringe die nächsten 45 Min. auf dem Zirkel, manchmal noch ein kleines Stück mehr. Für mich ist es schwierig, das ganze überhaupt in den Griff zu bekommen. Alles was gestern gut war und in der Reitstunde am Mittwoch super funktioniert hat, geht nicht mehr. Wenn Likas aufgeregt ist, bitte nicht energisch vorwärts treiben, Bein zumachen, oder gar Sporen dran. Und Gerte besser auch nicht. Normalerweise brauche ich recht viel Aktion, um Likas vorwärts zu kriegen, wenn er total spinnt, ist ruhig sitzen/leichtraben mit möglichst wenig Aktion angesagt, das allerkleinste bißchen zuviel kriegt er in den falschen Hals, kopf hoch, Rücken weg, Pferd zieht sich zusammen, schießt (meist seitlich) weg oder steigt oder hupst auf der Stelle. Mit viel Schritt, viel Geduld und ganz vorsichtig sein klappt es dann mit der Zeit wieder so halbwegs, irgendwann hab ich ihn wieder soweit, daß ich normale Hilfen geben kann und halbwegs normal reiten. Wir üben Übergänge, übertreten im Trab auf der Zirkellinie, Galoppvolten, durch den Zirkel wechseln. Aussitzen im Trab extrem schwierig, er ist zu aufgeregt und das zucken wenn das andere Pferd gedroschen wird, bleibt die ganze Zeit. Auch der Versuch am Ende nochmal am bösen Eck vorbei zureiten (als das arme andere Pferd schon wieder draußen war), ist nicht wirklich erfolgreich, er geht zwar vorbei - aber wie - und geht danach durch.

Wenn jemandem was einfällt, wie ich besser agieren könnte - her damit. Tage wie heute bringen mich zur Verzweiflung.

P.S.: Wenn das an dem Tag nach dem Ruhetag passiert wäre, wäre das im nächsten halben Jahr sein letzter Ruhetag gewesen...


heute in hellblau
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Putzplatz im Schnee- das ist der Putzplatz vor Likas Box
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dini30

und Mulle o)

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Beiträge: 5 354

45

Samstag, 13. Februar 2010, 19:34

Oh almut, wir können uns echt die hand reichen mit unseren sensibelchen!!!!! das kenn ich zu gut das problem. das muss an dem hohen blutanteil liegen! :-)

also ich kann dir nur sagen, dass ich richtig finde,wie du damit umgegangen bist. außer dass ich aufs aussitzen dann verzichten würde. bei solchen pferden, die innerlich schwer loslassen, ist es wahrscheinich am besten, große linien im gleichmäßigen tempo zu reiten und einfach seinen stiefel zu reiten und das theater zu ignorieren, ihm sozusagen ruhe und vertrauen zu vermitteln. großartig übergänge etc. würd ich gar nicht reiten dann, weil die sich ja dann auch wieder mehr hochschaukeln.

ich befürchte, solche tage muss man einfach durchstehen, darf sich nicht zuviele gedanken machen und wissen, dass es auch wieder bessere tage geben wird und man halt nen sehr sensibles pferd hat, was sich ganz schnell hochschaukeln kann. und ganz klar: ohne innere losgelassenheit erreicht man auch keine äußere. also ich mach an solchen tagen, wenn ich merke, dass ich ihn einfach nicht dazu kriege, dass er innerlich losläßt, nix anspruchvolles zu verlangen, weil er das dann eh nicht leisten kann. einige große runden,gleichmäßiges tempo, fertig.
...
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Almut

Schimmelnase

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46

Sonntag, 14. Februar 2010, 18:21

14.02.2010

Danke Dini für deinen Beitrag. Ich weiß auch nicht. Irgendwie kann es doch auch nicht sein, daß er so "durchkommt" wenn es so blöd wird *grummel*. Aber mir fällt auch wirklich keine Maßnahme ein. Ich hatte ihn früher ja auch mal in Beritt und jetzt reitet ihn ab und zu eine andere Pferdebesitzerin aus unserem Stall, die deutlich besser reitet als ich. Aber wenn Likas blöd wird, was glücklicherweise nicht allzu oft der Fall ist, hat bislang noch jeder die Waffen senken müssen. Es setzt zwar keinen ab, aber er rupft den Kopf so hoch, daß man nicht mehr einwirken kann, selbst das kurz verschnallte Martingal nutzt nichts. Wenn man meint, man muß ihn dann "packen", springt er wutentbrannt 180 Grad Kehrtwendungen, das hat bislang noch jeden gelehrt, die Zügel länger zu lassen und die Beine nicht so fest zu zu machen und mit dem Sitz nicht einzuwirken. Ich kann mich noch gut erinnern, in dem Jahr als ich ihn in Beritt hate, daß ich mal zugesehen hab und die Bereiterin meinte, sie müsse mir zeigen daß sie die Sache beherrscht. Likas ging als unangefochtner Sieger aus dem Zweikampf hervor :P . Ich hab ihn dann aus dem Beritt genommen. So nicht. Seitdem ich Likas habe, hab ich gelernt aufs kämpfen zu verzichten, ich weiß daß ich verliere. Früher hab ichs von anderen Pferden gekannt, daß mal kurz energisch werden reicht, um aus so ner Situation rauszukommen, bzw. ich bin immer wieder ins "böse Eck" geritten, bis das Pferd gut hinging. Mit Likas wird es bei jedem Mal schlimmer und statt energisch werden tut das Gegenteil gut - cool down.

Heute bin ich in der kleinen Halle von unserem Stall geblieben. Da sieht er keine Gespenster, ist nur am Eingang etwas frech, weil er da Geräusche von draußen hört. Aber da ist es einfach nur frech, da darf ich energisch werden und ihm eine klapsen, da ist er von Panik weit entfernt. Gut war, daß Likas wieder träge und normal war und ich mich wieder wohl gefühlt habe, weniger gut, daß er nicht gut gelaufen ist. Wobei das vermutlich an unserem schlechten Hallenboden liegt, seufz. Dabei war frisch durchgefahren. Es ist trotzdem ziemlich uneben und ich glaube Likas braucht viel seiner Energie, um den Boden auszugleichen.

hier die ersten Reitbilder von mir ;) :
[attach]24146[/attach] [attach]24147[/attach] [attach]24152[/attach]

nach dem reiten:
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lorchen

Schülerin

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47

Sonntag, 14. Februar 2010, 18:51

die spiegel-fotos sind ja echt witzig :D
Im Avatar: LORINA :love:
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Almut

Schimmelnase

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48

Dienstag, 16. Februar 2010, 18:03

15.+16.02.2010 ... und er kann sich immer noch nicht allein wälzen...

Montag, 15.02.2010: Ruhetag.

Dienstag, 16.02.2010: Doppellonge, diesmal vorwiegend linke Hand, weil die letztes Mal nach dem Handwechsel schlecht war. Ich dachte, weil er von der rechten Hand schon erschöpft war. Dafür, daß er am Vortag Ruhtetag hate, war er angenehem gut drauf, locker, aber nicht übermütig, und diesmal auch nicht träge oder steif. Aber linke Hand war miserabel, hab es kaum hinbekommen. Ein paar Meter gut, dann hat er wieder Morrorrad gespielt - sprich ohne Biegung durch die Kurve. Sieht toll aus wenn man sich dabei auf der Zirklellinie bewegt. Also hat sich immer wieder den Hilfen entzogen. Hab ihn ein paarmal wieder ran geholt und als es dann einmal ganz kurz gut war, schnell gelobt und aufgehört.

Dann Trense, Longiergurt runter und noch frei laufen lassen, damit er sich nochmal lockern kann. Das hat er auch gut gemacht, man sieht richtig, daß er sich gut balancieren kann und daß er ein kleines Kraftpaket geworden ist, so wie hier:
[attach]24186[/attach] [attach]24187[/attach]

Dann Aufforderung zum wälzen. "Ich ...?" Also gut, ich nehme den Rechen und fange an, die Halle gerade zu ziehen. Das findet Herr Pferd toll, wenn ich in der Halle wühle, dann wühlt er auch und legt sich dann hin. Beim aufstehen guckt er schon wo ich bin, um dann eiligst auf mich zu zu hasten und das Leckerli abzuholen. Mann o Mann - der wird nie erwachsen. Das hab ich vor 9 Jahren mit ihm geübt, weil er sich grundsätzlich nicht wälzen wollte. Aber allein klappt das immer noch nicht ... :D .

So, und jetzt ist mentales Training für die Reitstunde morgen angesagt: "Ich werde toll drauf sein" - "Likas wird toll drauf sein". :sleeping: :sleeping: :sleeping:
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lorchen

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Beruf: schülerin

49

Dienstag, 16. Februar 2010, 18:33

bild 1 ist ja toll!
da schaut er so aufmerksam... :love:
Im Avatar: LORINA :love:
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Almut

Schimmelnase

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50

Donnerstag, 18. Februar 2010, 18:47

17.+18.02.2010

17.02.2010: Reitstunde. Das mentale Training hat geholfen. Da ich dickes Kopfweh hatte und absolutes Sauwetter war, hab ich meine fröhlichsten Bandagen - die orangenen - draufgemacht, dazu die Equitheme Abschwitzdecke in zweig-orange und ich selber natürlich im zweig-oragenem Anorak. Zumindest äußerlich "fit" habe ich im Regen übers Glatteis das Pferd zur Reitstunde geführt. Anfangs war schlimm, Likas wieder sehr träge. Ich hab fast keine Luft mehr gekriegt und er ist trotzdem kaum in die Gänge gekommen. Ist aber besser geworden und ich bin tatsächlich für das konstante Reiten gelobt worden, die RL sagt, was anderes hätte ich nicht machen können. Hier liegt ein gravierender Unterschied zu dem, was die meisten anderen Leute sagen, die meinen, daß mal etwas heftigerer Gerteneinsatz und das Pferd vorwärtsscheuchen gut wäre. Das will die RL gar nicht, sie sagt Likas habe einen langsamen Takt und den hab ich auch zu reiten. Das ist wahnsinnig anstrengend wenn man jeden Schritt heraus treiben muß.
Irgenwann war dann jedoch der Gang drin und Likas lief recht schön und hat sich auch nicht an den üblichen Stellen erschreckt, zumindest nicht besonders, 2-3mal davonschießen stecke ich weg. Nach wie vor soll ich am konstanten Vorwärts und an meinen Übergängen arbeiten. Bei von höherer in niedere Gangart soll ich ihn erstmal "auslaufen" lassen, also einen supersoften Übergang und darauf achten, daß ich den Rücken behalte. Wir neigen dazu, etwas zu plötzlich zu bremsen und Rücken und Anlehnung dabei zu verlieren. Das hatte ich auch gefragt, weil ich mir kaum zu helfen wußte. Ich muß ganz gezielt beim parieren treiben wie ein Ochs und ihn über etliche Meter langsamer werden lassen. Und dann erst in die niedriger Gangart. Und beim Galopp zum Trab auch noch im Schulterherein, das wußte ich zwar, aber hinkriegen tu ichs nicht.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden, für Kopfweh und müde war das Ergebnis gut, und ohne den Unterricht hätt ichs nicht hinbekommen. Likas hat wirklich gut mitgemachtm, auch wenn viels nicht so funktioniert wie es sollte, aber er gibt sich Mühe und war dann auch ganz erschöpft. Braves Pferdchen *tätschel* und *mit-Möhren-vollstopf*.



18.02.2010: Ruhetag
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Deichkind

Die lütte Fuchsibändigerin

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51

Donnerstag, 18. Februar 2010, 21:06

Ich finde, wenn man merkt, dass das Pferd sich bemüht und alles richtig machen will, ist das 1.000 x mehr wert als sonst was tolle Lektionen etc. :thumbsup:

LG
Dani
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Almut

Schimmelnase

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52

Samstag, 20. Februar 2010, 09:11

19.02.2010

Habe keinen guten Tag inder Arbeit. Es regnet den ganzen Tag bei knapp 1 Grad. Ich bin gegen halb fünf im Stall und stelle fest, daß sowohl in der eigenen Halle als auch in der vom benachbarten Reitverein viel los ist. Also ab ins Gelände. 45 Min. Schritt vorwiegend auf Asphalt. Es ist alles supermatschig und rutschig, auf den Straßen sind stellenweise noch Eisplacken und Schneematsch. Aber immer hin draußen :thumbsup: . Anfangs geht Likas sehr verhalten, Hallentempo, läuft sich aber gut ein und mutiert zu seinem besten Geländeschritt, daß mit der Hintenr raucht. Habe etwas Angst, daß wir eine glatte Stelle übersehen, weil dann gäbe es beim Sturz keine Halten mehr. Es geht alles gut.

Fazit: Hallenreiten macht blöd. Ich bin gar nichts mehr gewöhnt, war richtig ängstlich als Likas mal richtig ausschritt. Und auch, als er interesante Sachen gesehen/gehört hat, da spannt sich dann jeder Muskel im Pferd. Er ist aber brav und hört auf jede Hilfe, geht nicht los, bockt nicht. Und da ich ängstlich war, hab ich dann etwas mit ihm geschimpft :( , ich glaub das war nicht richtig.

Wie haltet ihr das im Gelände mit dem gucken lassen? Likas darf gucken, wobei man dazu schon glotzen sagen muß. Normalerweise reite ich im Schritt am hingegebenen Zügel. Ausnahme: ich will ihn dressurmäßig arbeiten, mach ich aber selten, und bei schlechten Bodenverhältnissen wie heut schon gar nicht. Und wenn er gucken will, guckt er halt, darf auch mal stehen bleiben, weil er sonst über seine eigenen Füße fällt wenn er ausgerechnet rückwärts gucken muß.

"ich sehe alles und ich höre alles:"
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Kanalratte

Fortgeschrittener

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Geburtstag: 3. Oktober 1987 (22)

53

Samstag, 20. Februar 2010, 09:23

Mich macht das gerne etwas nervös, wenn ein Pferd so richtig am Glotzen ist ;). Ich lasse zwar schon mal gucken, aber immer wieder stehen bleiben und glotzen gibts bei mir nicht. Habe es schon erlebt, dass ein Pferd sich dann so festgeglotzt hat, immer größer und angespannter wurde und dann gings ab, hauptsache weg... Nene.
Also ich versuche schon grundsätzlich ruhig zu bleiben, vertrete aber ein bisschen die Ansicht, dass man nicht ALLES angucken/ -glotzen muss :)!
In der Jugend studiert man Erwachsene, um klug zu werden.

Im späteren Leben studiert man Kinder, um glücklich zu werden.

(Peter Rosegger)
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Deichkind

Die lütte Fuchsibändigerin

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Beiträge: 3 009

54

Samstag, 20. Februar 2010, 11:05

Hallo Almut,

mein Pferd schaut im Gelände gerne, ich sage immer "Tourist" zu ihm, und dass "nur die Kamera um den Hals fehlt" ;)
Im Schritt bin ich auch meist am langen Zügel unterwegs und lasse ihn dann gucken - solange er da ordentlich weiter geht.
Stehenbleiben erlaube ich nur, wenn wirklich etwas außergewöhnliches zu gucken gibt, einmal war z.B. eine Bundeswehrübung im Wald, mit Erfrischungsständen, einem Zelt - da sind ihm fast die Augen aus dem Kopf gefallen - aber dort habe ich ihn in Ruhe schauen lassen.

Im Trab und Galopp schaut er auch, solange er dabei mich und meine Hilfen nicht vergißt, ist das ok. Ich muss dazu sagen, dass ich ziemlich gelassen im Gelände bin und mich nicht durch einen kleinen Hüpfer zur Seite oder mal umdrehen-versuchen (wenn er was ganz garstig findet) beeindrucken lasse.

Eigentlich würde ich sagen, durch eigene Gelassenheit wird auch das Pferd gelassen und im Umkehrschluss: Bist Du ängstlich, ist auch Dein Pferd ängstlicher. Ich mußte aber erleben und lernen, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Im letzten Frühjahr hatte ich meine Freundin aus HH zu Besuch, die wirklich eine begnadete Reiterin ist, aber im Gelände sehr unsicher. Ich habe mir zum Ausreiten ein Pferd aus dem Stall geliehen und ihr mein Pferd gegeben. Ja, er glotzt, macht aber dabei i.d.R. keine wilde Sachen und wir wollten auch nur im Schritt gehen. Und mein Pferd war die Coolness in Person, ich habe ihn fast nicht wiedererkannt: Er hat nur sehr dezent geschaut und sehr auf meine liebe Freundin aufgepaßt ;)
Wir sind sogar ein Stück getrabt...

Kurz: Ausprobieren ;)

LG
Dani
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dini30

und Mulle o)

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55

Samstag, 20. Februar 2010, 12:43

Gucken darf meiner natürlich auch, aber er muss dabei etwas im Vorwärts bleiben und wenn auch langsam, weiterlaufen. Sonst passiert folgendes: Gefahr sehen (und wenns nen Stein ist), Kopf zum Anschlag hoch, stehenbleiben, Gefahrenpunkt fixieren, immer angespannter werden, merken wie das Herz zwischen den Beinen schlägt, immer lauter atmen, bis man laut schnorchelt und am Ende wie ein Elefant trompetet, kurzer rechts-links Blick um den besten Fluchtweg auszumachen und dann zack - ab geht er Peter...
Darum bestehe ich darauf, dass er immer zum Gefahrenpunkt hingeht, ganz in Ruhe, und natürlich ist er sehr nervös, aber er muss an der Gefahrensache schnuppern, dann gibts dolles Lob. Das geht ganz gut, weil dann genügend Ruhe reinkommt. Wenn ich ihn stehenbleiben und gucken lasse, kann er sich da richtig hochputschen und nimmt mich nicht mehr wirklich wahr.
...
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Fighty

Des Prinzleins Leibeigene

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Beruf: Studentin, Germanistik und Archäologie-Geschichte-Landschaft

56

Samstag, 20. Februar 2010, 13:10

Gucken darf meiner schon, kommt aber eigentlich selten vor, der ist da recht entspannt und so schnell hält er nichts für anstarrenswert - wenn doch, kann er aber auch ruihig mal stehen bleiben und genau hinsehen, denn dass das passiert, kommt wirklich alle paar Monate vielleicht einmal vor und dann muss es ein groooßes Monster sein.
Wenn er geguckt hat, gehts dann aber auch gleich weiter und die Sache hat sich.
Das letzte mal, dass er vor etwas wirklich Angst hatte und am liebsten weg wollte war als wir einem Mann mit diesen seltsamen Springteilen begegnet sind, die man sich unter die Füße schnallen kann und mit denen man dann irrsinnig lange Sprünge machen kann. Keine Ahnung wie die heißen ...
Aber DAS hätte ich als Pony auch furchtbar gruselig gefunden.
>>Sein Begleiter war noch immer damit beschäftigt, sich zu nähern; er hatte eine besondere Methode des Reitens entwickelt, die es von ihm verlangte, in Abständen von einigen Sekunden aus dem Sattel zu fallen <<

T. Pratchett

Ava: Fighty :love:
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Almut

Schimmelnase

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57

Samstag, 20. Februar 2010, 18:50

ja, also bei Likas ist das wohl so eher wie bei Alfi, der "Tourist". Es ging mir auch nicht um "gefährliche" Sachen die er anguckt, sondern er guckt einfach in der Gegend rum beim ausreiten. Wir haben viel freies Feld, da kann man km-weit schauen. Und manchmal sieht er wohl am Horizont was - oder keine Ahnung. Hier geht es eher um Dinge, die ich nicht sehe oder höre, die aber für Likas von größter Bedeutung sind. Und um Dinge, die nicht unmittelbar bedrohlich sind - zumindest für mich nicht, für ihn manchmal schon.

"Monster" am Wegerand oder rascheln im Gebüsch oder sowas, also ein "richtiger" Grund sich aufzuregen oder wegzurennen oder umzukehren oder stehenzubleiben, das mein ich nicht. Bei sowas schließ ich mich Kanalratte an, das gibt es nicht daß er da stehenbleibt und glotzt. Ggf. hinstellen und die "Gefahr" zeigen, ja , das mach ich auch wie Deichkind je nach Situation. Das hängt von der Situation ab, nach 9 Jahren muß man wissen wo man ne Chance hat und wo nicht.

dini: der ab-geht-er-der-peter ist ja fies. Genau das macht Likas in der Halle vom Verein in seiner "Lieblingsecke". Da hilft auch 1001 mal reinreiten und wieder hinreiten nicht. Heut ist er da anfangs sogar stehen gebliebn hat alles angeguckt und beschnuppert, ohne zu zittern, ganz ruhig, und gegen später hat er wieder seinen Ecken-Koller bekommen.

Beim traben und galoppieren darf er auch nicht gucken - das ist mir zu gefährlich - er läuft meistens seinem Blick nach - und das korrigiert sich in einer hohen Gangart nicht so easy wie im Schritt, da bin ich pienzig, da hat er genau die Linie zu laufen die ich vorgeb.

Wobei ich es auch in den höheren Gangarten total witzig finde wie Likas signalisiert, daß was wahrgenommen hat. Die Ohren und der Muskeltonus zeigen es an, die zwei Dinge kann ich durch "reiten" nicht besonders gut beeinflussen. Er zeigt mir Vögel, Rehe, Hasen, Menschen, andere Pferde, einmal ein Wildschwein. Oft wenn sie noch ganz weit weg sind oder neben uns im Gebüsch oder im Weinberg versteckt. Vor manchen Dingen hat er Angst , vor anderen nicht.

Was hab ich denn so "regelmäßig" auf meiner Liste:

Klein-Vögel im Gebüsch: eher ungut. geht jetzt einigermaßen. Das hat uns Jahre gekostet.
Rehe: gut, mit denen kann man Wettrennen machen und regelrecht auf sie losgehen. Das hab ich ihm beigebracht ;) . Wenn Sie ausgrechnet beim Galopp in 2m vor uns auf den Weg springen, wir haben viele Rehe, kann Likas schon mal einen Haken schlagen. Aber wir arbeiten dran. Deswegen bring ich ihm auch bei, auf die Rehe loszugehen. Das ist besser als Haken schlagen.
Rebhühner: die können direkt zu seinen Füßen aufflattern, das macht nichts und das war schon immer so. Nebenbei bemerkt fall ich da vor Schreck in Gedanken fast vom Pferd. Diese blöden Viecher sieht man einfach nicht und die fliegen dann auf wenn das Pferd schon mit den Vorderbeinen über sie weggetreten ist.
Mit auffliegenden Fasanen kann man auch gut um die Wette reiten. Einmal waren wir schneller, meist gewinnt der Fasan. Und manche machen nicht mit, weil sie nicht dem Weg entlang flattern.
andere Reiter: extrem aufregend, das kann auch gefährlich sein wenn jemand auf einem Parallelweg galoppiert. Vor andern Reitern hab ICH die meiste Angst, also daß Likas durchgehen könnte.
Greifvögel im Tiefflug über unserem Kopf: früher ganz schlimm, macht jetzt gar nichts mehr. Dafür hab ich da ein bissi Schiß, also daß der Vogel mal zugreift.
Zu einem Nußbaum voller Krähen hinreiten und alle aufscheuchen: prima :D . Ich mach mir ins Hemd und Likas scheint es nicht zu merken.

an der automatischen Schreckschußpistole vorbeireiten: nach wie vor nicht so toll. Der Schuß kommt dann doch recht plötzlich.
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Almut

Schimmelnase

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58

Samstag, 20. Februar 2010, 18:58

ach ja, und der Hundezwinger: der Hund oder auch mehrere kommen geschossen und kläffen. Jahrelang ein Grund sich immer wieder zu erschrecken. Jetzt stört es ihn oft gar nicht. Aber manchmal erschreckt er sich wieder furchtbar und muß einen Satz machen. Dabei kommen wir da seit 9 Jahren bei fast jedem Ausritt vorbei.

Bahnlinie: erstaunlicherweise kein Problem für Likas. Ich hab ziemlich Schiß vorm unbeschrankten Bahnübergang. Der Zug kommt manchmal doch recht schnell. Und das sieht man erst wenn man schon fast auf den Gleisen steht.
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Almut

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59

Samstag, 20. Februar 2010, 19:12

Eigentlich würde ich sagen, durch eigene Gelassenheit wird auch das Pferd gelassen und im Umkehrschluss: Bist Du ängstlich, ist auch Dein Pferd ängstlicher. Ich mußte aber erleben und lernen, dass man das so pauschal nicht sagen kann.
Ja die Erfahrung hab ich auch gemacht, also daß man das nicht so sagen kann :D . Man kann es natürlich bis zu einem gewissen Grad beeinflussen, durch gutes Reiten, Selbstsicherheit, Gelassenheit, aber nur innerhalb bestimmter Schranken, die vom Pferd vorgegeben werden.

"Gemeinerweise" gibt es so nette Pferde, die auch bei den größten Angsthasen die Ruhe selbst bleiben. Aber das ist ja an sich schön ;) .

Likas läßt sich ziemlich stark vom Reiter beeinflussen, er hat viel Vertrauen und man kann ihm bestimmte Dinge beibringen, also mit bestimmten Ängsten fertig zu werden. Aber er ist von Natur aus sehr ängstlich, wenn gaanz schreckliche Dinge passieren, rastet er einfach aus. Das kann auch passieren, wenn man nicht reitet, also ich bild mir ein, daß das nicht an mir als Reiter liegt, weil ich da manchmal auch Schiß habe. Schiß hab ich als Fußgänger gar nicht und trotzdem passiert es da auch manchmal. Alle 1-2 Jahre kommt es sogar vor das er am heimischen Putzplatz Gespenster sieht und nen Ausraster bekommt - das sollte man nicht für möglich halten. Früher meinte ich dann wenn es mal über ein Jahr nicht passiert ist, ich hätte ihn jetzt endlich "richtig ausgebildet", inzwischen denke ich, daß ich damit leben muß, das sowas ab und zu passiert. Ich sag immer, das ist der Araber im Pferd.
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Almut

Schimmelnase

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Montag, 22. Februar 2010, 18:24

20.+21.02.2010

Samstag 20.02.:
Bin in die große Halle vom Verein, hate diesmal alles für mich allein. Anfangs war Likas super, ist in sein böses Ecke gegangen, ist von allein stehengeblieben hat alles beguckt, war die Ruhe selbst. Ist dann auch beim reiten dran vorbei, mit einwenig Kopf hoch und schielen, aber ganz ok.Hat sich jedesmal wieder ordentlichstellen lassen, ohne sich darüber aufzuregen. So ging die erste halbe Stunde. Dann was er wach. Und Blödkopf hoch drei. Im bösen Eck vorbei gehen - nein! Ich hab mich dann stark gefühlt und ihn schön wiede reingestellt und auch einmal recht feste mit dem Sporen gekickt und er reagierte noch ganz friedlich-gehorsam mit Kopf runter und HH vortreten. Ein paar Runden später aber hat er toal dicht gemacht. An einstellen oder korrigieren war nicht zu denken - er hat sich so steif gemacht daß jede Hilfe im Keim erstickt wurde. Auch mit austricksen hat es nicht funktioniert, ich versuche mich bei jeder Runde einen Meter näher an die Gefahrenzone ranzumogeln, mußte mich aber letztendlich darauf beschränken, nur die ungefährliche Hallen-Hälfte zu nutzen. Ob ich ihn überfordere? Diesmal hatte ich den Eindruck, es kommt, wenn ihm alles zu anstrengend wird.

Sonntag 21.02.
Hab mich nicht in den Verein rübergetraut sondern bin in unserer kleinen Hall geblieben. Da eiert Likas immer etwas rum, weil der Boden schlecht ist, aber sonst klappt alles. Am Eingang glotzt er auch gern und hupst mal, aber da komm ich merkwürdigerweise locker drüber weg. Er bleibt auch immer an den Hilfen - nicht astrein aber doch zumindest so daß ich die Kontrolle behalte. Und er läuft wie ein junger Gott. Als er schon schwitzte und unsere Stunde rum war, hab ich uns noch eine Ehrenrunde versammelten Trab gegönnt - von wegen überfordert - so gut hat das noch nie funktioniert. Und er hat genau gegenteilig wie am Vortag reagiert - extrem "dienstbeflissen" - sehr angenehm für mich.

Am Montag hat er auch nochmal einen harten Tag, da reitet meine RB. Dafür wird am Dienstag ausgeruht.
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