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Jasmin*

Schüler

  • »Jasmin*« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 124

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1

Samstag, 3. April 2010, 16:07

Wie sieht man ob ein Westernsattel passt?

hi!
ich gehöre ja nicht der westernfraktion an, habe mich aber schon öfter gefragt welche größen usw es gibt und ob es eine ähnliche große vielfalt an bäumen etc gibt, wie bei ds, vs, ss ...
und ob man als "nicht-sattler" ungefähr sagen kann, ob ein sattel passen könnte. kann man die sättel auch ändern?
vielleicht hat ja jemand zeit&lust einmal grob was dazu zu schreiben.
aktueller anlass ist eine miteinstellerin, die englisch reitet, aber mit westernsattel und ich habe das gefühl, dass der überhaupt nicht passt, vorne zu eng, steht hinten etwas hoch.
gibt es da ein paar grundsätzliche dinge? ich würde ihr halt gerne erklären, warum ich denke, dass der sattel nicht passt :huh: bei englisch-sätteln maße ich mir an, was dazu sagen zu können, aber mit westernsätteln habe ich mich noch überhaupt nicht beschäftigt.
versteht mich nicht falsch, ich würd mich nur über "richtwerte" freuen und erwarte keine nachhilfestunde ;)
danke schon mal!

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2

Samstag, 3. April 2010, 17:02

Ein Westernsattel ist im fertigen Zustand, mit dem ganzen Lederkrimskrams drumherum natürlich nicht leicht einzuschätzen. Wenn man den Sattelbaum kennt und weiß wie er aufgebaut ist auf dem Pferd liegen muss, ist das natürlich einfacher.

Der Sattel soll zunächst mit Reiter eine Widerristfreiheit von ca. ein bis zwei Finger hoch aufweisen. Wenn mehr WR-Freiheit vorhanden ist, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass der Sattel vorne zu eng ist, könnte, muss aber nicht. In diesem Fall ist eine "Brückenbildung" nicht ausgeschlossen. Als nächstes muss die Winkelung der Frontbars mit der Winkelung der Schulter übereinstimmen, sonst könnte der Sattel vorne hohl liegen und in diesem Bereich nicht tragen. Wenn z.B. ein FullQuarterHorse-Baum in dem Sattel eingebaut ist, und das Pferd aber nur einen QH oder SemiQH-Baum benötigt, liegt entweder das Gullet auf dem Widerrist auf oder der Baum liegt nur links und recht neben der Wirbelsäule auf und das wird zwangsläufig zu Verspannungen und Satteldruck führen. Die Bars bei einem FQH-Baum sind flacher gewinkelt und nur bei runden Pferden ohne Widerrist angebracht. Das Schwitzbild gaukelt in diesem Fall aber einen gut passenden Baum vor, also bei einem gleichmäßig nassen Schwitzbild Skepsis walten lassen. Leichte trockene Stellen links und rechts nebe dem WR sind unproblematisch und ehrlicher, denn man kann sicher sein, dass auch hier die Bars aufliegen und tragen. Nach hinten sollte der Sattel nicht an die Hüfthöcker anstoßen. Es sollte aber auch darauf geachtet werden, dass der Sattel nicht zu hoch auf der Schulter gesattelt wird, lieber nach hinten etwas länger, denn die Bars dürfen nicht die Schulter behindern oder gar blockieren.

Dass ein Westernsattel hinten etwas mehr oder weniger hoch kommt, liegt an dem System der Rigging bzw. der Gurtung. Die Rigging liegt sehr weit vorne, also ist der Drehpunkt des Sattels ebenfalls entsprechend weit vorne. Der Sattel wird also in diesem Bereich und durch den Sitz des Reiters extrem nach unten gezogen und dadurch hinten entlastet. Ergo, das Cantle wird insbesondere beim Leichtsitzen hinten hoch kommen. Das ist bis zu einem gewissen Maße nicht weiter schlimm. Die meisten Westernsättel haben hinten die Möglichkeit einen sogenannten "Backcinch" einzuschnallen, der das Cantle am Abheben hindert. So ein hinterer Bauchgurt ist für Pferd und Reiter angenehm, da der Sattel in seiner Bewegung eingeschränkt wird. Generell ist aber zu sagen, dass es nicht weiter schlimm ist, wenn der Sattel mit dem Cantle etwas hoch kommt.

Ich möchte aber auch jetzt nicht versäumen zu sagen, dass die vielzitierte Hand zwischen Schulter und Sattel nichts zu suchen hat. Wenn sie dazwischen passt, passt der Sattel nicht.

Übrigens, die meisten Sättel, die vorne zu eng erscheinen, sind es nicht wirklich.

Gruß Detlef

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3

Samstag, 3. April 2010, 18:23

Hallo Detlef,

schön dass Du mal wieder hier vorbei schaust. Warst ja länger nicht mehr aktiv hier. :thumbsup:

Zum Thema, wenn der Sattel vorne zu eng und hinten zu hoch ist, würde ich eher davon ausgehen, dass der Sattel (viel) zu groß ist. Das Problem ist eben, dass ein zu schmaler und ein zu weiter Sattel prinzipiell das gleiche Erscheinungsbild verursachen, er fühlt sich zu eng an. Beides ist für das Pferd nicht angenehm und ich würde Deiner Freundin raten, mal jemand kommen zu lassen, der sich den Sattel anschaut. (Nach Möglichkeit jemand, der sich damit auskennt. Also nicht unbedingt einen Englischsattler, Physiotherapeuten oder Chiropraktiker ;) )

LG
"Never miss a good chance to shut up!"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »John Dear« (3. April 2010, 18:31)


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4

Samstag, 3. April 2010, 19:34

Hallo John Dear, Vielen Dank für Deinen Willkommensgruß :)

Wenn der Sattel vorne zu eng ist (zu erkennen an der großen Widerristfreiheit ) stützt er sich vorne ab und liegt in der Regel hinten auf, er bildet also eine Brücke. Wenn er hinten hoch kommt, liegt das meistens nicht an einem zu engen Sattel , sondern an einem zu weiten Sattel und vor allem an der Riging, die den Sattel dann abkippt. Je weiter die Rigging vorne sitzt,( z.B. Full-Rigging) desto größer die Gefahr, dass sich der Sattel hinten hebt. Bei einer 7/8 oder gar einer 3/4-Rigging bleibt der Sattel eher unten. Die nächste Frage, die dann gestellt wird ist, warum man dann nicht gleich zu einer der zu letzt beschriebenen Riggingarten greift. Je weiter die Rigging und damit auch der Bauchgurt nach hinten verlagert wird, desto stärker wird der Vorwärtsdrang des Sattels und das ist natürlich auch nicht gut, wenn der Sattel, jedesmal wenn es bergab geht, dem Pferd auf die Schulter rutscht. Auch das rhytmische Hochklappen des Cantles kann dazu führen, dass der Sattel nach vorne rutscht. (z.B.beim Longieren mit Sattel)

Gruß Detlef


darkhorse

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5

Samstag, 3. April 2010, 22:02

Zum Thema wurde ja schon alles gesagt. Ich würde auf jeden Fall einen guten Westernsattler draufschauen lassen, denn die Beurteilung ist sehr schwer, auch wenn man etwas Ahnung hat.

Kurz OT: Juhuuu! Detlef ist wieder da!! :D :D Ich hoffe du beehrst uns hier wieder häufiger!

Jasmin*

Schüler

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6

Sonntag, 4. April 2010, 11:58

das ging ja schnell, danke!

ich schaue ihn mir dann noch mal an und mache im zweifelsfall fotos.
lg, j

7

Sonntag, 4. April 2010, 23:20

Im Prinzip kann man es für die Englischreiter vielleicht verständlich so ausdrücken: Auch ein Westernsattel muss im Schwerpunkt liegen.
Wenn ein Westernsattel das nicht tut und wieso das so sein kann, da steckt der Teufel oft im Detail und das ist oft nicht so einfach zu erkennen. Aber da sind die anderen ja gut drauf eingegangen.
Liebe Grüße,
Ywi

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